Warum an Gott glauben?

“Man glaubt nicht, wieviel man glauben muss, um ungläubig zu sein”

“Religion und Mathematik sind nur verschiedene Ausdrucksformen derselben göttlichen Exaktheit”

Beides sind Zitate von Michael von Faulhaber (1869-1952), deutscher katholischer Theologe, Kardinal von München-Freising.

Ich finde, er hat mit beidem recht. Für nicht wenige ist Gott sicher eine Märchengestalt, ein Mythos oder eine Erfindung des Menschen, die Trost spenden soll. Bestenfalls dient Gott und Religion der Vermittlung von positiven Moralvorstellungen und alle Religionen sind ja sowieso gleich.

Lassen Sie uns einmal über den Tellerrand dieser beliebten Vorurteile schauen. Machen wir uns für einen Moment frei davon und tun wir etwas, was einige sicher nicht mal für möglich halten. Gehen wir der folgenden Frage ernsthaft, vernünftig und logisch auf den Grund:

Existiert Gott wirklich oder existiert er nicht?

 

Es kann nur zwei mögliche Antworten geben: Entweder Gott existiert oder er existiert nicht.

Es gibt viele gute Argumente, die für die Existenz von Gott sprechen.

Diese Argumente können sich z. B. auf die Logik, die Philosophie oder Theologie beziehen. Sie können auch mit der naturwissenschaftlichen Frage nach der Erstursache bzw. dem zeitlichen Beginn des Universums einhergehen.

Wenn wir also der Frage nachgehen wollen, ob es nun einen wie auch immer gearteten Gott gibt, dann müssen wir uns zunächst die Frage stellen,
ob es überhaupt eine objektive Wahrheit gibt.

Sie werden sich jetzt vielleicht die berechtigte Frage Stellen, was das bedeuten soll und was dies mit Gott zu tun haben soll.

 

Wir leben in einer Gesellschaft in der vieles relativiert wird. „Was für dich richtig ist muss nicht für mich richtig sein“. Diese Aussage wäre ein Beispiel für subjektive Wahrheit, die immer relativ ist.

Wenn ein Mensch sagt, dass ihm nichts passiert, wenn er ohne Fallschirm aus einem Flugzeug springt, ist das schreckliche Resultat keine Frage von subjektiver
Wahrheit. Die Person wird nach unten auf den Boden fallen und sich tödlich verletzen, das ist objektive Wahrheit.

Es spielt dabei keine Rolle ob dies der Person gerade in den Kram passt in den Tod zu stürzen oder nicht, ob sie an die Schwerkraft glaubt oder nicht, oder ob sie es nicht besser wusste, etc. Man kann diese Aufzählungen sicher nahezu endlos erweitern. Fakt ist und bleibt: Sie wird auf den Boden aufschlagen.

Ich denke jeder stimmt mir zu, wenn ich behaupte, dass man diesen Menschen warnen sollte. Man würde sicher versuchen die Person auf die Gefahr aufmerksam zu machen und ihn nicht in sein Verderben rennen lassen.

 

Wenn es also um Gott geht, so können wir festhalten: Entgegen all den verschiedenen Meinungen der einzelnen Menschen, muss es eine absolute, eine objektive Wahrheit geben.

Man möchte ja sicher auch die (absolute) Wahrheit von seinem Arzt erfahren, wenn es um die Frage geht, ob man an Krebs erkrankt ist oder nicht. Ab einem gewissen Punkt, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, gibt es hierüber ein klares Ergebnis. Ich möchte den Arzt sehen der einem dann zur Antwort gibt: “Für mich haben Sie Krebs, aber Fragen Sie meinen Kollegen, vielleicht sieht er das eindeutige Ergebnis anders. Was für mich stimmt, muss ja nicht für ihn stimmen.”

Warum sollte es nicht genauso klappen, die absolute Wahrheit zu erörtern, wenn es bei den Fragen um Religion und Gott geht?

 

Ich behaupte, wir Menschen lehnen den Glauben an Gott nicht aus intellektuellen Gründen ab. Es geht vielmehr um unsere eigene subjektive moralische Wahrheit, unseren Willen und unsere Vorlieben. Diese wollen wir nicht unbequem in Frage stellen. Oder uns gar von ihnen abwenden, weil wir unter Umständen erkennen müssten, dass sie falsche Wegweiser auf einem falschen Weg sind.

Und so stellen wir uns diesen Fragen nicht, weil:

“Es kann nicht sein, was nicht sein darf.” – Christian Morgenstern (1871-1914)

 

Bei Themen wie Religion oder Gott, fällt oft der Begriff Toleranz. Dies bedeutet in unserer heutigen Gesellschaft oft, dass man einen jeden Glauben als richtig dastehen lassen muss. Ansonsten ist man intolerant, nicht politisch korrekt oder unfreundlich. Wenn sich zwei religiöse Überzeugungen gegenseitig ausschließen, dann ist es nüchtern betrachtet doch logisch und einleuchtend, dass nicht beide wahr sein können.

Um hierfür einmal ein Beispiel aus dem Christentum zu nennen, zitiere ich hier Aussagen, die Jesus Christus selbst getroffen hat.

Da wir gerade mit dem Thema Wahrheit befasst haben, habe ich folgende Zitate ausgewählt:

 

„Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und

das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Quelle: Johannes 14, 6 Revidierte Einheitsübersetzung 2016

 

 „Da sagte er zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen
waren: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann
werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“

Quelle: Johannes 8, 31-32 Revidierte Einheitsübersetzung 2016

 

„Da sagte Pilatus zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus
antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in
die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der
Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ 

Quelle: Johannes 18, 37 Revidierte Einheitsübersetzung 2016

 

Es ist sicher nachvollziehbar, dass es Widersprüchlichkeiten geben wird, wenn wir hier Aussagen einer beliebigen anderen Religion heranziehen, die gegenteiliges behauptet.

Beispiele hierfür wären, dass alle ohne Jesus zum Vater kommen können oder Jesus nicht für die Wahrheit Zeugnis abgelegt hat oder wir die Wahrheit nicht erkennen werden, wenn wir in Jesu Wort bleiben, etc. Es kann nur eins richtig sein.

 

Übrigens: Trotz der landläufigen Meinung lehren die großen Weltreligionen nicht im Grunde alle dasselbe. Sie haben wesentliche
Differenzen und nur fadenscheinige Gemeinsamkeiten. Es können also folglich nicht alle Religionen wahr sein.

Einer falschen Vorstellung von Toleranz sollte man sich nicht beugen, wenn diese verlangt, dass man absurde Vorstellungen akzeptieren muss,
wie z.B., dass alle religiösen Überzeugungen wahr sind.

Soviel vorab zur Rolle der objektiven Wahrheit im Bezug auf Gott und Religion.

 

Es gibt viele Gründe, warum Menschen an Gott glauben oder zumindest einer Religion angehören. 

Einige wollen es, weil Ihnen der Glaube Trost und Kraft spendet. Für andere ist es mehr eine kulturelle Sache, und wieder andere bauen sich einen Glauben, der auf ihre eigenen Vorlieben passt.

Vielleicht haben einige auch etwas unerklärliches erlebt und sie spüren, dass da “mehr” ist, als das, was man nur mit seinen Sinnen wahrnehmen kann. Vielleicht gehören einige Menschen auch einer Religionsgemeinschaft an und glauben gar nicht wirklich an Gott, sondern es geht ihnen in Wirklichkeit um andere Dinge, wie z.B. ihr Ansehen bei anderen Menschen oder um Macht. Manche sind vielleicht auch einfach aus Gewohnheit heraus weiterhin einer religiösen Gemeinschaft zugeordnet.

Oder Sie sind “auf dem Papier” zu einer Religion zugehörig, aber es interessiert sie nicht weiter, worum es denn in dieser Religion eigentlich geht. 

Aber das sind alles nur Beispiele. Es gibt bestimmt noch sehr viele unterschiedliche Gründe, die einen Menschen dazu bewegen an Gott zu glauben, bzw. einer Religion zugehörig zu sein.

 

Warum an Gott Glauben? Wenn ich persönlich diese Frage beantworten müsste, so wäre für mich einer der stärksten Gründe die tatsächliche Glaubwürdigkeit. Ich bin überzeugt davon, dass es mehr “Glaubenskraft” benötigt, um Atheist zu sein, anstatt an Gott zu glauben. Das glaube ich, weil es sehr viele und sehr gute Argumente gibt, die für die Existenz Gottes sprechen. Ebenso sind diese Argumente außerordentlich gut logisch nachvollziehbar.

Ich habe eine kleine Auswahl gut recherchierter Argumente unter der nun folgenden Rubrik: “Gibt es Beweise für Gott?” aufgeführt.