Bevor es Zeit, Raum oder Materie gab, existierte Gott. Die folgende Erzählung beschreibt das Drama, das sich entfaltete, als Gott beschloss, die Schöpfung ins Dasein zu rufen.

Die Erschaffung der Engel
Noch bevor das materielle Universum entstand, schuf Gott eine geistige Welt. Die Tradition sieht im biblischen Bericht, als Gott sprach: „Es werde Licht“ (Gen 1,3), oft nicht nur physikalisches Licht, sondern die Erschaffung der Engel. Engel sind reine Geister, Wesen von gewaltiger Intelligenz und Macht. Sie wurden geschaffen, um in der ewigen „Liturgie“ des Kosmos Gott zu loben und an seiner Seligkeit teilzuhaben.

Die Prüfung und der Fall
Doch Liebe erfordert Freiheit. Gott wollte keine Roboter, sondern freie Partner. Deshalb wurden die Engel einer Prüfung unterzogen. Die Tradition besagt, dass einige Engel, geblendet von ihrer eigenen Schönheit, sich weigerten, Gott zu dienen. Angeführt von Luzifer sprachen sie ein definitives „Nein!“ zu Gottes Plan. Dies war der Engelsfall. Die gefallenen Engel, nun Dämonen genannt, wurden aus der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen. Dieser Riss in der geistigen Welt war der erste Schatten, der auf die noch kommende Schöpfung fallen sollte.

Der Mensch: Zwischen den Welten
Nach der Erschaffung des physischen Universums formte Gott den Menschen als Krönung der Schöpfung. Der Mensch ist einzigartig: Er gehört durch seinen Körper zur materiellen Welt und durch seine unsterbliche Seele zur geistigen Welt. Manche Theologen spekulierten, dass die Menschen geschaffen wurden, um die Lücken im Reich Gottes in seiner Vollendung zu füllen, die durch den Fall der Engel entstanden waren.
Das Paradies und die Tragödie
Gott setzte die ersten Menschen (Adam und Eva) in einen Zustand der Harmonie, das „Paradies“. Doch auch sie wurden geprüft. Verführt Satan (der Schlange), wollte der Mensch sein wie Gott – aber ohne Gott. Dies ist der Sündenfall: Der Mensch missbrauchte seine Freiheit. Die Konsequenz war der Verlust der Gnade und der Eintritt von Leid und Tod in die Welt. Doch schon in diesem dunkelsten Moment gab Gott ein Versprechen. Er kündigte an, dass eines Tages eine Frau und ihr Nachkomme der Schlange (Satan) den Kopf zertreten würden (Gen 3,15).

Es folgte eine lange Zeit des Wartens. Gott schloss einerseits einen Bund mit dem gesamten Volk Israel, bekräftigte seine Verheißung aber ebenso auch in persönlichen Bündnissen mit einzelnen Erwählten wie Noah, Abraham, Jakob, Mose und David. Durch das mosaische Gesetz – dessen unerschütterlicher Kern die Zehn Gebote bilden – bereitete er die Menschheit auf die kommende Zeit vor. Die Propheten lenkten den Blick der Gläubigen auf den verheißenen Messias. Diese Epoche war eine Schule der Geduld für die Menschen, eine Zeit der Prüfung, Reifung und Läuterung, bis der Erlöser endlich erscheinen sollte: Jesus Christus. Er allein vermochte die tiefe Wunde zwischen Himmel und Erde zu heilen.

Gott wird Mensch
Der entscheidende Wendepunkt der Geschichte begann bei einer jungen Frau namens Maria.
Wo Eva der Schlange glaubte und Gott gegenüber ungehorsam war, glaubte Maria dem Erzengel Gabriel, der ihr Gottes Botschaft überbrachte, und sie sprach selbstlos ihr bedingungsloses „Ja“ zu Gott und seinem Plan.
Wo Eva zwar zur Mutter aller Lebenden im biologischen Sinn wurde, aber die Trennung von Gott und daraus folgend Tod, Elend und Verdammnis über sich selbst und ihre Nachkommen brachte, da wurde Maria zur Mutter derer, die durch Christus wieder mit Gott leben.
Sie steht als „neue Eva“ an der Seite des „neuen Adam“, ihres Sohnes Jesus Christus, um die gefallene Menschheit erneut mit Gott zu versöhnen und das zerrissene Band der Liebe wiederherzustellen. Sie ist die Tochter von Gott dem Vater, die Braut des Heiligen Geistes und die Mutter von Jesus Christus. So hat sie zu dem einen Gott gleich drei ganz besondere Verbindungen.
Durch Marias Zustimmung wurde Gott Mensch: Jesus von Nazareth kam auf die Welt. In ihm vereinigten sich Gottheit und Menschheit. Er ist gleichermaßen sowohl ganz Mensch als auch ganz Gott. Er lebte auf Erden den vollkommenen Gehorsam, den Adam verweigert hatte.

Das Kreuz und die Erlösung
Am Kreuz nahm Jesus die Konsequenzen der Sünden der ganzen Menschheit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf sich. Sein Opfer öffnete den Himmel wieder für die Menschheit. Niemand anderes hätte dieses Opfer vollbringen können, Gott selbst sühnte in seiner Liebe seinen gerechten Zorn gegenüber seinen geliebten Kindern, die sich lieber selbst zu Gott machen wollten, anstatt ihm zu vertrauen und zu gehorchen.
Doch anstatt sich ihrem Schöpfer in Liebe zuzuwenden, schlugen sie ihn nun auch noch ans Kreuz. Er, der Allmächtige, der ein Paradies für seine Kinder geschaffen hatte, in dem sie vollumfänglich glücklich sein konnten. Er, der ihnen die Wahl ließ zu entscheiden und sie nicht zwang in seiner Gegenwart sein zu müssen. Er machte sich selbst unendlich klein und wurde selbst Mensch, um ganz nah bei ihnen zu sein und sie zur Umkehr von ihren bösen Taten zu bewegen. Viele Zeichen und Wunder tat Jesus, als er auf Erden wandelte, er heilte Kranke und Verkrüppelte, er lehrte die Menschen, er trieb Dämonen aus.
Doch es war den Menschen nicht genug Gott abzulehnen. Gott begab sich freiwillig in die Hände seiner Geschöpfe, und ließ sich von ihnen auf bestialische Art und Weise hinrichten zum Dank für all seine Liebe. Er wurde von einem seiner engsten Vertrauten verraten, angeklagt von den religiösen Führern seines eigenen Volkes, dessen Messias und Gott er ist, und von falschen, bestochenen Zeugen beschuldigt.
Jesus, als der Schöpfer aller Dinge, hätte dies jederzeit beenden können, doch er zeigte seine Liebe im Leid so eindeutig und nicht zu leugnen bis zum Tod am Kreuz, damit ganz unmissverständlich klar wurde, wie sehr Gott die Menschheit liebt und was er für sie alles auf sich genommen hat.
Kann es eine größere Liebe geben? Wenn wir eines Tages vor ihm als dem Richter unseres Lebens stehen werden und er uns fragen wird: „Das alles habe ich für dich getan, das alles ertragen, ich war da, wurde gefoltert und bin für dich an diesem Kreuz gestorben, damit wir zusammen sein können“ und er fragen wird: „Wo warst DU all die Sonntage, bei denen ich in der Kirche in der heiligen Eucharistie für dich da war und auf dich gewartet habe? “ Was werden wir dann antworten können?

Wir leben heute in der Zeit der Kirche. Es ist die Ära zwischen dem ersten Erscheinen Christi vor ca. 2000 Jahren und seiner noch ausstehenden zweiten Ankunft, am Ende der Welt.
Gottes sichtbarer Stellvertreter auf Erden: Der Papst
Da Jesus wusste, dass seine Botschaft durch die Jahrhunderte hindurch bewahrt und unverfälscht verkündet werden musste, um alle Menschen zu erreichen, gründete er selbst eine einzige lebendige Gemeinschaft – die katholische Kirche.
Früher hiess sie einfach nur „die Kirche“, als sich aber mehr und mehr andere Glaubensgemeinschaften von ihr abspalteten war es notwendig ihr einen eindeutigen Namen zu geben, es handelt sich aber um diesselbe Kirche, die seit der Gründung von Jesus Christus fortbesteht, wie er es selbst vorausgesagt hat.
Die Katholische Kirche wacht über die Reinheit der Glaubenslehre, die Botschaft Gottes soll klar und unverfälscht bleiben. Es soll weder etwas hinzugefügt werden noch etwas weggelassen.
Diese heilige katholische Kirche hat eine klare Struktur, und Hierarchie. Übrigens: Zuerst gab es die Kirche, dann erst wurde von ihr die Bibel, die im Prinzip eine Sammlung aus mehreren Büchern ist, als heilige Schrift festlegt. Die katholische Kirche wählte die Inhalte der Bibel aus und bewahrte sie.
Jesus erwählte Petrus als den „Fels“, auf den er seine Kirche baute. Zwar erwählte Jesus auch seine übrigen Apostel zu den Anführern seiner Kirche, aber Petrus machte er zum ersten unter ihnen und seinem persönlichen Stellvertreter auf der Erde. Petrus war sozusagen der erste Papst, auch wenn es damals noch nicht das Wort Papst dafür gab. Da Menschen nicht ewig leben, aber die Botschaft Gottes bis ans Ende der Welt bewahrt und weiterverbreitet werden muss, wird das Papstamt immer weitergegeben, wenn ein Papst stirbt oder vorher nicht mehr Papst sein kann oder will.
Das Papsttum dient nicht der Macht, sondern der Einheit und der Wahrheit. Die katholische Lehre besagt, dass der Papst, wenn er als oberster Lehrer in Glaubensfragen endgültige Entscheidungen trifft, durch den Beistand des Heiligen Geistes vor Irrtum bewahrt bleibt (Unfehlbarkeit). Unfehlbarkeit bedeutet nicht, dass der Papst eine Art Supermann ist, der nie einen Fehler macht. Aber es bedeutet, dass er nur dann unfehlbar ist, wenn er ex cathedra, d.h. als oberster Lehrer der ganzen Kirche eine Lehre zu Glaube oder Moral definiert.
Heilige Zeichen – Die Sakramente
Wie gelangt das Heil, das Jesus vor 2000 Jahren erwirkte, heute zu uns? Gott nutzt hierzu die Sakramente. Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen – etwa Wasser, Öl oder Brot –, das eine unsichtbare, heilige Wirklichkeit nicht nur symbolisiert, sondern die Gnade des jeweiligen Sakraments – wie Taufe, Firmung oder Eucharistie – tatsächlich bewirkt und überträgt.
Am Beispiel der Taufe wird dieses Prinzip deutlich: Sie ist weit mehr als ein schönes Willkommensfest. Während unsere Augen lediglich sehen, wie das Haupt eines Säuglings mit Taufwasser benetzt wird – was das sichtbare Zeichen darstellt –, ereignet sich im Verborgenen die unsichtbare heilige Wirklichkeit: Eine tatsächliche geistige Wiedergeburt, die von der Erbsünde reinigt.
Die Taufe ist somit kein bloßes Symbol. In der geistigen Welt geschieht garantiert etwas Reales, auch wenn äußerlich nur das Übergießen mit Wasser erkennbar ist. Dieses Prinzip der wirksamen Zeichen gilt für alle sieben Sakramente. Diese Sakramente sind:
Taufe
Firmung
Eucharistie (Heilige Kommunion)
Bußsakrament (Beichte/Versöhnung)
Krankensalbung
Weihesakrament (Diakon-, Priester- und Bischofsweihe)
Eheschließung
Die Eucharistie
Gott ist in seiner Kirche anwesend
Das Herzstück des katholischen Lebens ist die Eucharistie, jenes Sakrament, welches in der Heiligen Messe jeden Sonntag gespendet wird. Hier geschieht nach katholischem Glauben das tiefste Geheimnis überhaupt:
Jesus ist nicht nur symbolisch oder in der Erinnerung anwesend. Unter den Gestalten von Brot und Wein ist er „wirklich, wahrhaft und wesenhaft“ gegenwärtig (dies bezeichnet man als Realpräsenz).
Obwohl es äußerlich wie Brot und Wein aussieht, wandelt sich das Wesen in den Leib Christi. Es ist derselbe Christus, der im Himmel verherrlicht ist, der sich hier klein macht, um sich mit dem Gläubigen körperlich und seelisch zu vereinen.
Die Messe ist keine bloße Erinnerungsfeier, sondern macht das Opfer am Kreuz auf unblutige Weise direkt und verbindlich gegenwärtig.

Die Geschichte unserer Welt läuft nicht ewig weiter. Die Bibel sagt voraus, dass die Geschichte unserer Welt irgendwann ein Ende nehmen wird und dass es an diesem Ende zu einer gewaltigen Entscheidungsschlacht kommt.
Die große Krise
Bevor Jesus wiederkommt, wird die Welt eine extrem harte Zeit erleben. Es wird Kriege, Katastrophen und Not geben, wie man sie noch nie gesehen hat und wie es sie nie wieder geben wird. Auch der Glaube wird angegriffen und verfolgt, viele Menschen werden sich von Gott abwenden.
Der Antichrist
In dieser Zeit größter Not taucht eine Figur auf, die die Bibel den „Antichristen“ nennt. Das ist ein Verführer, der so tut, als hätte er die Lösung für alle Probleme der Welt, aber er ist ein Lügner. Er verspricht Frieden und Wohlstand, verlangt dafür aber, dass man Gott verlässt und stattdessen ihn wie einen Gott verehrt. Das wird die letzte und schwerste Prüfung für die Menschheit.
Das Aufbäumen des Bösen
Das Böse wird versuchen, mit aller Macht alles Gute auszulöschen und die Kirche zu zerstören. Es ist ein letztes, verzweifeltes Aufbäumen gegen Gott.
Die Wiederkunft Christi
Wenn die Not am schlimmsten ist und es fast so aussieht, als hätte das Böse gewonnen (ähnlich wie damals, als nach der Kreuzigung von Jesus alles verloren schien), greift Gott wieder direkt ein. Jesus Christus wird vom Himmel herabsteigen. Diese für alle sichtbare Wiederkunft in Herrlichkeit, sein zweites direktes Erscheinen in der Welt, wird Parusie genannt.
Der endgültige Sieg
Jesus beendet die Weltgeschichte nicht nach und nach durch politische Verhandlungen oder militärische Operationen, sondern sofort durch seine göttliche Macht. Er besiegt den Teufel, seine Dämonen, den Antichristen und alles Böse endgültig. Danach folgt das Jüngste Gericht, bei dem die Wahrheit über jeden einzelnen Menschen für alle anderen ans Licht kommt und Gott endgültig und allumfassend für Gerechtigkeit bis in alle Ewigkeit sorgen wird.

Nach dem Jüngsten Gericht wird Gott die Erde und den Himmel nicht vernichten, sondern sie grundlegend verwandeln und erneuern. Alles Böse wird dann für immer von dieser Welt verbannt sein.
Die Seelen der Erlösten im Himmel werden wieder mit ihren Körpern vereint – jedoch in einer verklärten und vollkommenen Form. Das bedeutet: Wir bleiben nicht als reine Geistwesen im Himmel, sondern erhalten unseren Körper zurück.
Dieser neue Leib kennt keine Krankheit, keinen Schmerz und keinen Tod mehr.
Wir werden also ewig in dieser verwandelten Welt leben, in der direkten Gegenwart Gottes, und dies in einem Körper, der die aktuell gültigen Naturgesetze überwinden kann und unvergänglich ist.
Man kann es sich wie ein neues, noch schöneres Paradies vorstellen. Die Bibel nennt diesen Ort auch das „Neue Jerusalem“. Die neue Welt wird also ein realer, bewohnbarer Ort, an dem Gott mitten unter den Menschen lebt. Es wird eine Welt sein ohne Tod, Leid, Krankheit, Sünde und Bosheit; diese Dinge werden dort nicht mehr existieren. Stattdessen wird der Mensch erfüllt von so tiefem, ewig währendem Glück sein, wie wir es uns jetzt nicht einmal entfernt vorstellen können.
Für den Teufel und seine Dämonen gibt es keine Rettung. Sie haben sich bereits am Anfang der Schöpfung in einer unwiderruflichen Entscheidung gegen Gott gestellt. In der neuen Welt werden sie endgültig besiegt und verbannt. Sie haben keinen Zugriff mehr auf die erlöste Schöpfung und können dort keinen Schaden mehr anrichten. Ihr Zustand ist die ewige Trennung von Gott, was die Kirche als „Hölle“ bezeichnet.
Menschen, die bis zu ihrem Tod Gott abgelehnt haben, bleiben in diesem Zustand der Trennung. Auch ihre Seelen werden beim Jüngsten Gericht mit ihren Körpern vereinigt – allerdings nicht zu einem „verklärten“ Leib der Herrlichkeit wie bei den Erlösten, sondern zu einem Leib, der die Konsequenzen ihrer Abkehr von Gott widerspiegelt. Sie existieren ewig in der Abwesenheit von Liebe und Licht, da sie sich selbst gegen die Quelle des Lebens, gegen Gott, entschieden haben.
Gott vernichtet die Existenz dieser Wesen und Menschen nicht, aber er entzieht ihnen seine heilende Gegenwart.