Nicht-katholische Christen werfen uns Katholiken oft vor, dass wir Götzendiener seien, weil wir die Gottesmutter Maria oder bestimmte Heilige verehren und uns auch vor Bildern, Statuen, etc. verbeugen oder sonstige fromme Gesten machen. Da für die meisten nicht-katholischen Denominationen allein die Schrift als Grundlage zählt, möchte ich dies auch allein auf Grundlage der Schrift belegen, nicht auf katholischen Traditionen, die für unsere Mitbrüder und Mitschwestern in Christus nicht gelten. Dies wird häufig begründet mit der Bibelstelle:

2. Mose 20, 3-5

„Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen nicht dienen.“

Hier darf man eines nicht vergessen: Wieder einmal den Kontext.

Abgesehen davon, dass sich diese Stelle meiner Meinung nach doch sehr eindeutig auf die „Götter“ der anderen Nationen bezieht, sollen einige Objektive Argumente genannt werden:

Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Ebenso steht in der Bibel:

2. Mose 20, 12

„Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt!“

Lukas 2, 51

„Dann kehrte er (Jesus) mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam.“

Jesus hat nie gegen ein Gebot verstoßen, da er Gott selber ist. Also hat er auch seine Mutter geehrt und war seinen Eltern gehorsam, ganz wie es die Schrift vorgibt. Wenn also Jesus selbst seine Mutter geehrt hat, wieviel mehr müssen wir sie dann ehren? Sie hat den Erlöser der Menschheit geboren. Wer von uns ein gesundes, ungestörtes Verhältnis zu seinen Eltern hat, wer hätte da etwas dagegen, wenn jemand seinen Eltern Ehre und Respekt erweist? Im Gegenteil, dadurch wird man selbst geehrt.

Des weiteren verehren wir weder Maria, noch die Heiligen als Götter, es sind unsere Freunde, unsere Familie und unsere Fürsprecher bei Gott, da sie ihm viel näher sind, als wir es sind.

Meine persönliche Meinung ist auch folgende:

Ein Tier ist uns Menschen unterlegen. Wir haben den Auftrag Gottes Erde zu verwalten und dazu gehören auch die Tiere:

  1. Mose 2, 15

„Gott, der HERR, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden, damit er ihn bearbeite und hüte.“

  1. Mose 1, 26

„Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.“

Stellen Sie sich vor, Sie finden ein Tier welches verletzt ist und helfen ihm. Sie sind viel mächtiger als das Tier und viel „näher“ an Intellekt und Fähigkeiten als das Tier.

Bezogen auf die Rolle von Maria und den Heiligen passt dieses Beispiel. Sie sind viel näher an Gott und können viel mehr für uns bewirken, als wir gegenüber einem Lebewesen, dass uns Untertan ist.

In diesem Vergleich sind wir die Tiere (das meine ich selbstverständlich nicht abwertend) und der Mensch die Heiligen.

Ebenso wie Gott mit dem Menschen sein kann, der das Tier befreit (vorausgesetzt der Mensch will das), so ist er auch mit den Heiligen, er rettet uns und sie dürfen dabei mitwirken.

Natürlich hinkt jeder Vergleich, da sich Gott mit nichts wirklich vergleichen lässt, aber ich denke dies bringt uns dennoch der Sache ein wenig näher.

Übrigens dürfen wir natürlich auch am Plan Gottes mitwirken, indem wir für Menschen beten oder ihnen in Liebe und Hilfsbereitschaft begegnen.

Betrachten wir nun , vor diesem Hintergrund, den Vorwurf des Götzendienstes einmal genauer.

2. Mose 25, 18-22

„Fertige danach zwei Cherubim aus getriebenem Gold auf beiden Enden der Deckplatte an: den einen Cherub auf der einen Seite und den anderen auf der gegenüberliegenden. Die Engel und die Deckplatte sollen zu einem Stück verbunden werden. 20 Die Gesichter der Cherubim sollen einander zugewandt und gleichzeitig auf die Deckplatte gerichtet sein. Ihre Flügel sollen nach oben ausgebreitet sein und die Deckplatte abschirmen. Leg die steinernen Gesetzestafeln, die ich dir geben werde, in die Lade und verschließe sie dann mit der Deckplatte. Dort will ich dir begegnen: Aus dem Raum zwischen den beiden Cherubim, die auf der Deckplatte der Bundeslade stehen, will ich dir alle Anordnungen mitteilen, die ich den Israeliten geben werde.“

Ich glaube niemand kann ernsthaft behaupten, dass die Cherubim (in deren Mitte Gott erscheint!) Götzen sind, wenn Gott es so verfügt. Es sind Bildnisse von Engeln, sehr mächtigen Engeln, die sich in Gottes direkter Gegenwart befinden.

Auch gibt es bei nicht-katholischen Kirchen i.d.R. ein Kreuz. Will man dieses auch als eine Art Götze verstehen? Oder ein Bild von Martin Luther in einer evangelischen Kirche?

Ein für mich deutlicher Hinweis darauf, dass der Götzendienst auf die „Götter“ anderer, heidnischer Nationen gemeint ist.

Auch gibt es quasi einen roten Faden, der sich durch die ganze Bibel geht. Einige Ereignisse wiederholen sich in ähnlicher Art und weise. Diese Ereignisse werden durch zukünftige immer größere Ereignisse der selben Art übertroffen.

Denken wir an Isaak, der wahrscheinlich unschuldig das Holz für seine eigene Hinrichtung auf den Berg trug, auf dem möglicherweise Jesus gekreuzigt wurde. Auch Jesus trug sein Kreuz und war so unschuldig wie es nur Gott selbst sein könnte.

Ebenso die Bundeslade, deren Inhalt das Allerheiligste im alten Testament darstellen.

Maria ist im übertragenen Sinne die Bundeslade des Neuen Bundes, weil sie in ihrem Schoß Jesus durch den heiligen Geist empfangen hat.

Katholiken betrachten Heilige und besonders Maria als Freunde, die uns vorangegangen sind, mächtige Verbündete, die alle Ehre die man Ihnen gibt an Gott weiterleiten. Wir verehren sie, aber es sind keine Abgötter für uns.

Bilder uns Statuen sind wie Bilder von geliebten Menschen, die in unserer Wohnung hängen. Wir sind eine Familie.

Auch der Vorwurf, dass einer allein der Mittler zwischen Gott und den Menschen sein muss:

  1. Timotheus 2, 1-7:

„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde – ich sage die Wahrheit und lüge nicht – , als Lehrer der Völker im Glauben und in der Wahrheit.“

Das ist alles richtig, das glauben wir Katholiken auch. Allerdings steht hier nichts davon, dass der/die Mittlerin zu Jesus nicht Maria oder die Heiligen sein können. Wenn Jesus sowohl Mensch als auch Gott ist, dann sind diese auch Mittler zu Jesus.

Außerdem steht am Anfang der Textstell, dass zu Fürbitte und Gebeten aufgerufen wird. Wenn lebende Menschen füreinander bei Gott Fürbitten und Gebete senden dürfen, warum dann nicht die Heiligen?

Für evangelische Christen sieht das Jenseits oft so aus, dass die Seele ein „Schläfchen“ macht bis buchstäblich zum jüngsten Tag. Für Katholiken sind aber die Seelen aller Verstorbenen lebendig im Jenseits. hier ist auch der Unterschied, dass nicht-katholische Christen oft sich selber als Heilige betrachten. Katholische Christen hingegen bezeichnen Menschen die vorbildlich im Glauben und der Nächstenliebe gelebt haben, Wunder gewirkt haben oder das Martyrium erlitten haben als Heilige, die bereits bei Gott sind. Man kann es auch auf die bereits erlösten Seelen im Himmel bei Gott beziehen. Hierauf möchte ich aber ein anderes Mal detaillierter eingehen.

Weiter nun mit den biblischen Belegen:

Lukas 1, 28-30

„Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“

Lukas 1, 43-55

„Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

Der Engel grüßt Maria mit eindrücklichen Worten. Maria ist es, die ihr „Ja“ dazu gibt, dass sie den Erlöser der Welt austragen wird, obowhl sie weiss, dass er sterben wird und ihr bildlich gesprochen ein Schwert durchs Herz fahren wird. Sie und ihr Kind werden heilig sein.

Der heilige Geist selber wird sie überschatten.

Maria sagt hier etwas sehr wichtiges und prophetisches: „Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“. dies ist passiert. Durch alle Zeiten haben bisher Katholiken Maria geehrt und tun es auch heute noch. Das ist biblisch und keine Erfindung von Katholiken.

Es wird unterstellt, dass die Marienverehrung heidnischen bräuchen entspringt. Dem sei so, weil Astrate, eine antike „Göttin“ ebenso als Himmerskönigin umschrieben wird wie Maria als Himmelskönigin umschrieben wird.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein als diese Aussage.

Andere Menschen haben auch sog. „Götter“. Ist unser Gott, weil wir ihn Gott nennen dann z. B. dem Hinduismus entsprungen, nur weil diese Glaubensgemeinschaft auch einen Gott bzw. viele Götter hat und als Gott tituliert? Das ist Irrsin.

Dass Maria als Himmelskönigin bezeichnet wird hat nichts, aber auch gar nichts mit heidnischen Kulten zu tun.

Ein Dreh- und Wendepunkt der Marienverehrung ist folgende Stelle:

Johannes 2, 1-12

„Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.

Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!

Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.

Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.

Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.

Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort blieben sie einige Zeit.“

Was passiert hier?

Einem Ehepaar geht während der Hochzeit der Wein aus. Jesus und Maria sind auf der Hochzeit. Wahrscheinlich wird diese Hochzeit von Bekannten, Freunden oder Verwandten von Jesus und Maria ausgerichtet.

Dem Ehepaar geht der Wein aus, was in diesem Zusammenhang eine große Schande für das Ehepaar ist.

Maria sagt zu Jesus „Sie haben keinen Wein mehr“. Maria weiß wer Jesus ist, besser als jeder andere kannte sie den Menschen Jesus Christus-ihren Sohn. Sie möchte offensichtlich Jesus bittend auffordern dem Ehepaar durch eine wundersame Tat aus der Patsche zu helfen.

Wir wissen wenig über die Zeit vor dem öffentlichen Auftreten Jesus. Also was alles passiert ist, als Jesus ein Jugendlicher oder Junger Mann war. Aber im Bezug auf den Gruß des Engels können wir ableiten, dass Maria weiss, dass Jesus Auftreten und ihr gemeinsamer Leidensweg einmal beginnen muss.

Und er wird auch beginnen, bei Jesus erstem öffentlichen Auftretung und seinem ersten Wunder.

Oft wird der kommende Satz zu unrecht als harsche Zurückweisung an Maria gedeutet:

„Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“

Wörtlich übersetzt bedeutet die Aussage Jesus: „Was ist es mir und was ist es dir ?“ Man kann es in unserer heutigen Zeit übersetzen mit „Was geht uns das an?“. Die Zeit für mein Auftreten und Leiden ist noch nicht gekommen.

Dann passiert jedoch etwas merkwürdiges: Jesus scheint einzulenken, er hilft dem Ehepaar durch ein Wunder. Seine Mutter sagt vorher zu den Dienern: Was er euch sagt das tut“.

Nehmen wir einmal an Jesus hätte seine Mutter hier zurückgewiesen. Wenn Gott alles weiß, nicht überlegen muss und unendlich weise ist, seine Entscheidungen nie zurücknehmen muss oder dazulernen kann, warum sollte er sich dann von seiner Mutter „überreden“ lassen?

Und wenn es göttliche Vorsehung ist, wann Jesus seine Mission beginnt, warum sollte Gott dann seinen Plan ändern?

Zu glauben, dass Jesus Maria zurückweist bringt uns in ein Dilemma:

Entweder hätte Jesus nicht das Wunder bewirken dürfen, weil er sich nicht von einem Mensch sagen lässt, was er wie und wann zu tun hat.

Oder er hatte von vorneherein vor das Wunder zu bewirken und seinen öffentlichen Weg zu bestreiten, dann hätte er Maria nicht zurückgewiesen.

So oder so macht das ganze keinen Sinn.

Es macht aber im folgenden Zusammenhang Sinn:

Jesus hat nicht vor das Wunder zu Wirken und seinen Weg zu beginnen. Aber auf die Fürbitte und Fürsprache seiner Mutter hilft er dem Ehepaar obwohl er erst sagt „was geht uns das an ?“.

Maria kennt ihren Sohn und weiss, dass er helfen wird, sie vertraut ihm. Sie sagt voller Überzeugung und Glauben an die Diner “ Was er euch sagt, das tut“.

Und das ist genau, wovon ich in diesem Text gesprochen habe: Maria tritt für uns bei ihrem Sohn ein.

Das ist logisch betrachtet auch naheliegend. Jesus kann als frommer Jude seiner Mutter keinen Wunsch abschlagen. Er ehrt sie gemäß der 10 Gebote, also kann er ihr auch nicht solch harschen Widerworte an den Kopf werfen.

Jesus weiss was Maria will, wie die ganze Sache ausgeht und dass er ein Wunder wirken wird und seinen Dienst im Namen des Vaters beginnen wird, aber er lässt es dennoch bewusst durch die Fürsprache seiner Mutter geschehen.

Wenn man Streit mit jemand hat, kann es sehr wirksam sein zu der Mutter desjenigen zu gehen, die man kennt. Denn diese kann dann auf denjenige einwirken und ihn motivieren sich zu versöhnen.

Um wieviel mehr muss Gott seine Mutter achten und um wieviel mehr schulden wir seiner Mutter und seinen Heiligen Ehrerbietung und Dank?

Johannes 19, 26-27

„Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“

Im jüdischen Kontext wäre diese Handlung übrigens undenkbar, wenn Jesus Geschwister gehabt hätte. Dann hätte er die Sorge um seine Mutter an seine Geschwister übertragen. Es wird auch oft behauptet die Schrift würde Aussagen, dass Jesus Geschwister habe. Dies ist falsch, aber darauf möchte ich an anderer Stelle eingehen.

Der Jünger den Jesus liebte trifft in übertragener Art und Weise auf uns alle zu. Jesus vertraut uns seine Mutter an, um die wir uns kümmern sollen. Auf der anderen Seite kümmert sich seine Mutter um uns wie um Kinder.

Sie alle sind Bilder, die ein Künstler gemalt hat. Die Bilder sind die Heiligen, der Künstler ist Gott. Man teilt einem schönen Bild nicht mit „bist du schön, ich will aber deinen Erschaffer nicht kennen“. Sondern man gibt dem Künstler gerade durch die Beachtung und Wertschätzung seiner Bilder alle Ehre.

Maria als Königin der Heiligen und die Heiligen selber verstellen oder versperren uns nicht den Weg zu Gott, so wie nicht-katholische Christen fürchen wenn sie meinen Gott würde durch heiligenverehrung Beachtung oder Ehre verloren gehen. Das Gegenteil ist der Fall. Sie sind kleine Abbilder von Christus, der wiederum alle Ehre weitergeleitet bekommt, wenn wir Ihnen die Ehre erweisen. Sie sind Fürsprecher für uns im Himmel.

Und somit möchte ich diesen Beitrag beenden mit den Worten: Selbstverständlich können wir uns mit unseren Gebeten direkt an Gott wenden, aber wer möchte auf befreundete Fürsprecher bei Gott verzichten? Und warum?